Hintergründe 600kg-Klasse und evtl. Neuanschaffung?

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hans-juergen thom
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Hintergründe 600kg-Klasse und evtl. Neuanschaffung?

Beitrag von hans-juergen thom » 10.06.2020, 00:17

guten abend zusammen
Reinhard hat in seiner letzten Rundmail ja schon auf einige Details zur künftigen Planung zu unserem Flugzeugbestand hingewiesen.
Ich möchte Euch im nachfolgenden Text, einiges zu den "Schwierigkeiten" in der neuen Klasse näher bringen, sowie zu persönlichen
Kommentierungen auffordern.
Auch zur Finanzierungsform und Auswahl eines evtl. anzuschaffenden Fliegers, hat gewiß manch einer konstruktive Vorschläge parat.
So; und nun 15min Zeit nehmen, und in Ruhe lesen :)

Das Thema 600kg-Klasse, und Auflastungsmöglichkeiten unseres Fliegerbestandes beschäftigt nicht nur uns, sondern auch viele andere Halter in Deutschland.
So rosig wie Anfangs vermutet, wird es in naher Zukunft jedoch nicht um Auflastungen für - ich bezeichne sie mal als "Altflieger" - bestellt sein.
Zu groß sind die festgeschriebenen Hürden; hauptsächlich aus wirtschaftlicher Sicht.

In den letzten Tagen habe ich recht intensiv mit einigen kompetenten Leuten in Deutschland und der CZ das o.g. Thema diskutiert.
Und dabei ging es nicht ausschließlich um unsere Skylane und C-42.

Fakt ist: die deutschen Bauvorschriften zur 600kg-Klasse sind wohl mal wieder so dermaßen daneben gegangen, daß sich viele Hersteller mit bereits auf dem Markt plaziertem Gerät, also schon seit Jahren im Flugbetrieb befindlich - nicht mehr an eine Auflastung dieser heranwagen mögen, da die entstehenden Kosten mit der einer Abnahme für eine Neukonstruktion vergleichbar sind.
Ein Großteil der in Deutschland angebotenen UL werden ja schon seit vielen Jahren im Ausland mit wesentlich höherem Abfluggewicht betrieben; könnten also - so sollte man denken - ja einfach nach europäischen Richtlinien für Deutschland zugelassen werden. So wie bei jedem Kfz in Europa auch. Mitnichten, wie mir Werner Hägele - unser Musterbetreuer für Skylane, und diverse andere Ul`s , u.a. Blackshape in Deutschland und anderen Teilen von Europa - schilderte. Wäre es nach den Vorschlägen des DULV gegangen, wäre es auch so gekommen.
Der DAeC - mit den "besseren Beziehungen" hat diese Pläne wohl allerdings zu seinen Gunsten zunichte gemacht.
Es ging hier also mal wieder garnicht um die Sache, sondern um Pfründe sichern.
Da Deutschland für viele Hersteller garnicht der Volumenmarkt ist, fällt es diesen auch ungeheuer schwer, ein sogenanntes Neuzulassungsverfahren für bestehendes Gerät zu finanzieren, da es selbst dann noch ungewiß ist, wie viele Nutzer sich tatsächlich für den finanziellen Mehraufwand - den jeder Eigner dann zu tragen hätte um zur Auflastungsgenehmigung zu gelangen - tragen würden.
Dann konzentrieren sich die Hersteller besser gleich auf Neuentwicklungen, oder meiden den deutschen Markt!

Selbst deutsche Volumenhersteller wie Comco, wagen sich nicht mehr an dieses Auflastungsverfahren heran, und nennen interessierten erst einmal einen Preis von ca. 10.000€. Sie haben aber bisher Werksseitig auch noch keine Schritte für das entsprechende Prüfverfahren in die Wege geleitet, und verweisen auf einen Anbieter aus dem Berliner Raum, der solche Auflastungen zur Zeit anbietet. Allerdings erlischt die Herstellerhaftung.
Peter Lonsky(Airlony-Skylane) sagt ganz klar, daß er sich diesen Schritt für deutsche UL nicht leisten kann. Für das deutsche Zulassungsverfahren müßte er ein intaktes Flugzeug für die Bruchtests, die neu zu erbringen sind, opfern. Wenn die Fangemeinde bereit ist diese Kosten zu tragen, und ihm verbindliche Abnahmegarantien der Halter vorliegen, dann würde er vielleicht das Verfahren in Deutschland angehen(Aussage Hägele und Ladislav(CZ) und Mitglied im Skylanenutzerkreis.

Fazit im Moment: nur wenige Anbieter haben bisher die Neuzulassung in die Wege geleitet, bzw. abgeschlossen. Die meisten eben in Verbindung mit einer Neuentwicklung.
Und auch das sehr interessant für den Nutzer. Die tatsächliche Zuladung für aufgelastetes bzw. neuzugelassenens 600kg Gerät wird in der Praxis nur unwesentlich höher ausfallen, aufgrund verschiedener Umstände, die eben in diesen neuen Vorschriften festgelegt wurden; aber garnicht publiziert wurden. Und welcher Nutzer liest sich schon das dicke Pamphlet zur Auflastung im Detail durch?

Die Preise für dann tatsächlich gut nutzbares Fluggerät werden - nach Aussage Hägele - im Bereich 150.000€ Brutto anzusiedeln sein.
FK-Flugzeugbau macht gerade ein Kampfangebot für seine komplette Neuentwicklung MK 6, weil sie mittlerweile einem chinesischen Konzern gehören, der unbedingt auf den Markt will.
Auf der Homepage von Fk-Flugzeugbau findet man im Bereich Service ein sehr interessantes Statement zu dieser Gesamtproblematik.
Sehr verwunderlich, das bisher nur sie solch klare Äußerungen veröffentlicht haben.
Breezer - als einer der wenigen, die das Verfahren bisher angegangen und abgeschlossen haben - redet schon offiziell von 150.000€ für Flieger in adäquater Ausstattung; für neue Modelle. Auflastung "Altflugzeuge" - keine Aussage!
Etc., pp
Also alles in allem sehr interessant zu erfahren, was sich gerade am Markt so tut.

Denkt man also mal wirklich im Moment realistisch, so muß man feststellen, daß das Thema 600kg - bis auf eben ganz wenige Ausnahmen - zur Zeit noch längst nicht ausgereift ist.

Bezogen auf unseren derzeitigen Bestand heißt das für mich:
Mit der Skylane sind wir - unter den gegebenen Umständen - mit fast 200kg offizieller, und möglichen 268kg Zuladung gem. Beladediagramm im Flughandbuch - eigentlich hervorragend bedient.
Bei unsere C-42 mit lediglich knappen 170kg - ohne weiteres Limit gem. Diagramm - schon immer etwas grenzwertig gewesen, und in naher Zukunft scheinbar auch nicht besser werdend.

Generell bleibt m.E. festzustellen, daß wir ja eigentlich in den letzten 10Jahren mit dieser Gewichtsproblematik gelebt, und sie alle akzeptiert haben.
Also jetzt einen Hype aufkommen zu lassen das wir alle nur noch mit 600kg-UL`s fliegen können, halte ich für unangebracht.
Die bisherige deutsche Rechtsprechnung, betrachtet das immer noch ebenso.

Welche Denkansätze sollte man m.E. für die Zukunft verfolgen, welche Fakten sind zu berücksichtigen, welche Alternativen gibt es.

Denkansätze:
Wir befinden uns im modernen digitalen Zeitalter; auch was unsere Flieger betrifft.
Die Technik vollführt in allen Belangen innerhalb kürzester Zeit Quantensprünge, wie wir alle hautnah erleben. Egal mit was wir uns persönlich auch beschäftigen; im Regelfalle gehen wir mit der Zeit. Das müssen wir auch!
Fliegen ist ein immerwährender Lernprozess. Jeder Tag, jede Flugstunde, ist anders.
Neue Techniken, neue Gesetze fordern uns, ständig am Ball bleiben zu müssen. Und ein wirklicher Flieger tut das auch!

Fakten:
Die seinerzeitige Anschaffung der Skylane in seiner Ausstattung mit all den Features - Glascokpit, Constant Speed, moderne geräuscharme Kabine, Sitzverstellung, riesiges Gepäckfach etc.pp., galten
2015 bei UL`s noch als Novum; heute als Standard.
Nicht nur als schneller sparsamer Reiseflieger hochgeschätzt, sondern auch für Schulung hervorragend geeignet, da fliegerisch unkompliziert.
Dazu die seinerzeit einzigartig hohe Zuladung von fast 200kg - für den deutschen Markt - in seiner Klasse. 540kg für den Rest der Welt; wie aus dem Beladediagramm im Flughandbuch ersichtlich, und auch schon häufig von mir und anderen ausgenutzt.
Somit wären wir mit diesem Flieger noch auf lange gut bedient; für Reise- und künftige Schulung.

Unsere C-42-C, war 2016 die neueste Variante aus dem Hause Comco. Ein sehr guter, handlicher Schulungsflieger, der nicht nur mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hatte, sondern dessen Bedienung auch nicht unbedingt als "Umstiegsfreundlich" zu bezeichnen ist.
Konstruktion und Ausführung zwar solide, aber eben längst nicht mehr zeitgerecht.
Preis-Leistunsverhältnis; mittlerweile ausgeufert.
Das bekommt die Firma gerade knallhart zu spüren. Es gibt leider keine moderne marktgerechte Neuentwicklung. Schade!

Alternativen:
Immer vor dem Hintergrund aller obigen Betrachtungen gesehen, wäre es m.E. an der Zeit, sich rechtzeitig nach Alternativen zur Weiterentwicklung der Gruppe umzuschauen. Und ich denke das ich keine Geheimnisse ausplaudere wenn ich hier äußere, daß wir derzeit - im Sinne der Gemeinnützigkeit - finanziell eigentlich zu gut aufgestellt sind. Der ein- oder andere weiß da ja bereits!
Was sollte -könnte- man also in Angriff nehmen. Die Anschaffung eines Fliegers der neuesten Generation in der 600kg-Klasse?
Guter Gedanke eigentlich.
Die Frage stellt sich aber: wie wird sich die allgemeine Flugstundentendenz, und die Lust auf modernes Gerät - denn tatsächlich künftig entwickeln.
Schaut man sich die Mitgliederneuzugänge in 2020 an, und berücksichtigt man deren geäußerte künftige fliegerische Ambitionen, stimmt mich das positiv.
Soll man also weiterhin mit nur zwei Flugzeugen im Bestand kalkulieren?
Ist es bei der Fragestellung jetzt sinnvoll, eine moderne Neuanschaffung zu tätigen, die unser gesamtes, jetzt zur Verfügung stehendes Kapital, binden würde?
Oder ist esvielleicht angebrachter, modernes 600kg Gerät vorläufig erst einmal zu leasen, somit erst einmal wieder drei Flieger im Bestand hätte und dann erst einmal schaut, wie das moderne angenommen wird, und ob eine positve Entwicklung tatsächlich eintritt?
Leasing zehrt zwar im Moment vielleicht etwas vom Kapital, würde aber andererseits nicht das gesamte vorhandene Kapital aufbrauchen.
Die Motorfliegerkollegen des BVL haben es vor einiger Zeit ebenso gemacht, mit der Anmietung einer Cirrus SR 22 – dem aktuellen Superflieger der E-Klasse.
Die Entscheidung für den Flieger und die Vorgehensweise war wohl goldrichtig, schaut man mal auf die hohe Belegung im AID.
Vielleicht zu berücksichtigen auch die brandneue Gesetzesänderung, daß E-Klasse-Flieger Ihre zu erbringenden Flugstunden für den Scheinerhalt, künftig auf dreichachsgesteuerten UL nachweisen können.
Ein erheblicher Kostenvorteil für den Piloten; eine künftiges Angebot für dieses Klientel auch in unserer Gruppe?
Wenn ja: was für einen Flugzeugtyp würden sie annehmen?
Als ehemaliger E-Klasse-Flieger behaupte ich: Skylane und vergleichbares.

Was wäre denn m.E. eine diskussionswürdige Neuanschaffung vor all den oben beleuchteten
Hintergründen?
Was sollte er im Grundlastenheft stehen haben?
zugelassene 600kg der neuesten Generation
Hochdecker
gleichermaßen gut für Schulung und Reise geeignet
großes Gepäckfach mit entsprechender Zuladung(mind. 20kg)
Glascokpit
hervorragende Rundumsicht
sehr geräumige und geräuscharme Kabine
günstig in Verbrauch und Unterhalt
möglichst deutscher Hersteller
Umbau Rollifahrer sollte auch Berücksichtigung finden

Und Formschön sollte sie vielleicht auch noch sein.

Wer bietet so etwas zur Zeit aud dem Markt an?
FK-Flugzeugbau in Speyer mit Ihrer neuesten Kreation, der FK 9 Mk 6.
Und das ganze zu einem beeindruckenden Preis- Leistungsverhältnis.
Im Aerokurier 1/2020 wurde dieses Flugzeug bereits in einem ausgiebigen Bericht vorgestellt.
Für die Nichtbezieher dieses Blattes habe ich den Bericht kopiert, und an die Innenseite unserer Bürotür geheftet; zum Nachlesen.

Wer meinen Beitrag bis tatsächlich hierher gelesen hat, dem Danke ich für seine Ausdauer, und seine anschließende – hoffentlich – Kommentierung.
Das Thema 600kg-klasse läßt sich nun mal leider nicht so mal eben abhaken, wie oben ausgeführt.

Ich jedenfalls würde mich freuen, wenn mit Euren Kommentaren, Anregungen und Vorschlägen wieder mehr Leben in diese – unsere – Kommunikationsplattform gelangen würde.
So, wie seinerzeit zur Anschaffung der Skylane?
Herzliche Grüße

PS: seht mir Rechtschreib- und Formulierungsfehler bitte nach. Hauptsache der Sinn wird erkannt!

Erhard
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Registriert: 12.09.2018, 14:53

Re: Hintergründe 600kg-Klasse und evtl. Neuanschaffung?

Beitrag von Erhard » 11.06.2020, 17:34

Reinhard hat uns mit seiner Mail vom 09.06. eine schöne Überraschung präsentiert und Hans-Jürgen hat sich dazu viele Gedanken und viel Arbeit gemacht. Das wird hoffentlich eine lebhafte Diskussion auslösen.

Wenn ich es auf eine kurze Formel bringen wollte, dann würde ich sagen:

1) - Wir möchten gern ein 600kg-UL haben, um für längere Flüge nicht in Versuchung geführt zu werden.
2) - Es gibt die Alternative von Auflastung und Neuanschaffung, wobei sich abzeichnet, dass Neuanschaffung nur unwesentlich teurer wäre.
3) - Es gibt z.Zt. nur eine begrenzte Anzahl von Typen, die für 600kg MTOW zugelassen sind.
4) - Ein solches UL müsste sowohl für bequemere Reise als auch für härtere Schulung geeignet sein.
5) - Finanziell sind wir in der Lage, uns derlei zu leisten.

Wenn das die richtige Beschreibung der Ausgangslage ist, dann habe ich dazu folgende (noch ungeordnete) Gedanken:

- Jemand müsste uns eine komplette Liste der ULs präsentieren, die für 600kg schon zugelassen sind oder die kurz vor der Zulassung stehen, damit wir überhaupt sehen können, was möglich ist.
- Wir müssen unsere eigene Interessenlage definieren hinsichtlich der Verwendungsmöglichkeiten, der finanziellen Lage und der individuellen Wünsche der Piloten.

Dabei muss ich zunächst einmal daran denken, dass unsere GL erst Ende vergangenen Jahres die MXKL verkauft hat, weil das unzureichende Charteraufkommen drei Maschinen nicht rechtfertigte. Sollte eine Prognose wieder drei ULs rechtfertigen, müsste die dritte Maschine gekauft oder geleast werden. Sollten sich weiterhin nur zwei Maschinen rechnen, könnte die C42C verkauft werden und ein 600kg-UL könnte bezahlt werden. Wohin geht nun die Tendenz? (Und warum muss man immer auf C42 beginnen?)

Dann die Gretchenfrage: Hoch-/Schulterdecker oder Tiefdecker? Wir haben unsere Erfahrungen mit der Pioneer 200. Nach Behebung der Anfangsmängel ein gutes Flugzeug, aber es wurde nicht angenommen, obwohl alle nach einem Tiefdecker gerufen haben.

Wie gesagt, ich kenne den Markt nur unzureichend. Die erste Zulassung hatte die PIPISTREL VIRUS SW 600 D. Tadelloser Hersteller, aber vermutlich viel zu teuer.

Dann ist da die Breezer B400-6 (Tiefdecker), für die das gleiche zutreffen würde.

Über den Ganzmetall-Schulterdecker Groppo G70 weiß ich nichts, aber er hat wohl auch schon die Zulassung.

WINX hat kürzlich für den Explorer UL600 die Zulassung erhalten, ein Taildragger- Buschflieger, der aber auch mit Bugrad angeboten werden soll. Frage: Warum muss es eigentlich immer Bugrad sein? Wer auf Hecksporn geschult ist, kann schließlich alles fliegen.

Dann gibt es noch die LEGEND 600, quasi das Schwesterflugzeug unserer Skylane, wenn auch von einem anderen Hersteller. Sehr elegant und komfortabel, aber wohl nicht gerade billig.

Hans-Jürgen hat sich schon etwas eingehender mit der FK9 Mark 6 beschäftigt. Für sie spricht ebenfalls die große Erfahrung von F9 Aircraft Co. mit allen möglichen Entwicklungsvarianten. Die FK9 Mk6 ist bei einer Stallspeed von 64 - 73 km/h in der Reisegeschwindigkeit doch etwas langsamer als die Skylane, und sie hat - wie diese - auch Steuerhörner. Ich persönlich hätte ja auch gern wieder einmal ein Flugzeug mit Steuerknüppel zwischen den Knien, “wie sich das gehört”. Jedenfalls kann man damit feinfühliger steuern.

Schließlich habe ich selbst auf der AERO 2019 die Aeroprakt A-32 LS kennengelernt, ein ukrainisches UL mit Metallrumpf und einer Rundumsicht wie im Hubschrauber, dem man seine Robustheit förmlich ansieht. Durch ausgefeilte aerodynamische Feinarbeit ist es Aeroprakt (www.aeroprakt.de) gelungen, bei einer VS0 von 50 km/h doch eine Reisegeschwindigkeit von max. 215 km/h zu erzielen. Da sie auch ein sehr stabiles Fahrwerk mit relativ breiten Reifen (durchnässte Grasbahn) besitzt, ist sie für Reise wie für Schulung bestens geeignet.
Man darf sich durch “Ukraine” nicht abschrecken lassen, das war die Waffenschmiede der Sowjet-Union mit hervorragenden Ingenieuren. Viele Vereine in Deutschland fliegen schon Aeroprakt, man kann also Erfahrungen einholen und die A-32 ist dazu auch noch recht preiswert.

Das waren schon mal ein paar erste Gedanken, aber vor allem brauchen wir Informationen, sowohl über die strategischen und finanziellen Perspektiven der Gruppe, als auch über die Möglichkeiten auf dem UL-Markt.

Erhard

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ulrichd
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Re: Hintergründe 600kg-Klasse und evtl. Neuanschaffung?

Beitrag von ulrichd » 12.06.2020, 10:46

Sehr gute Informationen. Spannend sich die verschiedenen Optionen anzuschauen.
Mir kam direkt folgendes in den Sinn:
- Will der Verein den Mitgliedern maximale Abwechslung bieten? Also möglichst Flieger mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften: Falls man dies mit JA beantworten würde, dann wäre eine Neuanschaffung z.B. ein Taildragger-Buschflieger. Natürlich kommt insb. ein Taildragger mit anderen fliegerischen Herausforderung. Im aktuellen Fliegermagazin gibt es ab Seite 69 einen guten Artikel über die Unterschiede zwischen Bug- und Spornradfahrwerk. Andererseits kann man auch mit Bauformen wie einer FK9 Mark 6 ebenso das Leistungsspektrum eines Taildraggers nachbilden??!! Da fällt mir ein: Die FK9 gibt es auch als Taildragger-Version - soll sogar angeblich eine höhere Reisegeschwindigkeit haben. Auf der anderen Seite ist vielleicht auch eine gewisse "Standardisierung" vor allem der Avionik nicht schlecht und würde ggf. die Annahme und Nutzung des Fliegers erhöhen?!

ulrich

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Oliver Seack
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Re: Hintergründe 600kg-Klasse und evtl. Neuanschaffung?

Beitrag von Oliver Seack » 14.11.2020, 23:43

Moin Ulli,

es freut mich, dass Du Dich ebenfalls für Spornradflugzeuge zu begeistern scheinst! Da geht mir ähnlich.

Allerdings ist das Rollverhalten eines Spornradflugzeugs am Boden deutlich anspruchsvoller und es dauert daher bei einem Spornradflugzeug länger es sicher zu beherrschen, als bei einem Flugzeug mit Bugradfahrwerk. Da ist der wesentliche Grund, warum sich Bugradfahrwerke heute als Standard durchgesetzt haben.

Aus diesem Grund halten wir es nicht für sehr sinnvoll in unserer Gruppe ein Spornrad-UL zu betreiben. Es würde die Schulung für die Flugschüler verlängern und unter den aktiven Mitgliedern gibt es eine hohen Anteil, die relativ wenig Flugstunden pro Jahr fliegen.

Wenn Du aber ein starkes Interesse daran hast die Spornradfliegerei mal kennenzulernen, ist vielleicht eine Spronradeinweisung das Richtige für Dich. Ich habe 2019 eine Einweisung in Lauenbrück bei Philip Stanke gemacht, was ich Dir empfehlen kann. Siehe den entsprechenden Beitrag in unserem Forum.

Viele Grüße,

Oliver

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