Status Zodiac der FVHF e.V.

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Oliver Seack
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Re: Status Zodiac der FVHF e.V.

Beitrag von Oliver Seack » 02.07.2019, 21:01

Hallo zusammen,

nachdem die ZODIAC D-MARE an ihren endgültigen Stellplatz umgezogen ist, haben wir die letzten beiden Montage die Flügelschalen im Bereich der Flügelwurzeln an die Rumpfkontur angepasst, Dichtungen zwischen Rumpf und Flügel montiert, Elektrik, Statik- und Staudruckschläuche und die Benzinleitungen angeschlossen und dann die Flügel an den Rumpf geschraubt.

Endlich sieht die D-MARE aus wie ein Flugzeug ;-)
P1000640.JPG
24.06.2019 - Anbau des linken Flügels
P1000640.JPG (7.33 MiB) 7197 mal betrachtet
P1000674.JPG
24.06.2019 - Der linke Flügel ist montiert :-)
P1000674.JPG (7.17 MiB) 7197 mal betrachtet
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24.06.2019 - Der Anblick eines ULs mit nur einem Flügel ist schon ziemlich gewöhnungsbedürftig. Aber die ZODIAC steht auch mit nur einem Flügel sicher ohne zur Seite umzukippen.
P1000687.JPG (8.28 MiB) 7197 mal betrachtet
P1000691.JPG
01.07.2019 - Der rechte Flügel ist in Arbeit.
P1000691.JPG (7.99 MiB) 7197 mal betrachtet
Ein Foto vom kompletten Flieger liefere ich noch nach.

Die nächsten Arbeitsschritte sind die Querruderseile anschließen und als größeren Brocken leider nochmal die Bugfahrwerksfederung ändern: Die Bugradfederung ist momentan noch zu hart. Das wird sich dann zeitlich nochmal etwas ziehen. Dann muss noch die Tankanzeige kalibiriert/Tanks ausgelitert werden, Kühlmittel drauf und Motortestlauf samt Synchronisataion. Anschießend könnte eigentlich die Abnahme durch den Prüfer erfolgen und nach einigem Paperkram dann auch der Erstflug. Schaun mer mal.

Viele Grüße,

Oliver
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P1000695.JPG
01.07.2019 - Hier werden die Flügelbefestigungsbolzen der länge nach sortiert, bevor sie anstelle der Montagebolzen für die endgültige Verschraubung der Flügel-Rumpfverbindung verwendet werden.
P1000695.JPG (6.73 MiB) 7197 mal betrachtet

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Oliver Seack
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Re: Status Zodiac der FVHF e.V.

Beitrag von Oliver Seack » 20.07.2019, 20:51

Hallo zusammen,

nachdem inzwischen an der D-MARE auch die Querruder angeschlossen und justiert sind, so dass bei Steuerknüppel in Neutralstellung auch die QR neutral stehen ;), hier noch in Ergänzung zu den Fotos vom Flügelanbau von 02.07. das dazugehörige Zeitraffervideo.

Es zeigt den Anbau beider Flügel in ca. 30x Geschwindigkeit:

Auf YouTube unter "Zodiac 601 XL D-MARE Final Assembly Wings Time Lapse"

oder einfach den nachfolgenden Link anklicken: https://youtu.be/H2ld8MRe56M

Viel Spaß beim Gucken!

Oliver

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Oliver Seack
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Re: Status Zodiac der FVHF e.V.

Beitrag von Oliver Seack » 31.10.2019, 22:13

Moin zusammen,

nach längerer Pause wegen Urlaub, Krankheit, Warten auf Ersatzteile, ein bisschen Basteln, Schrauben und Rumprobieren möchte ich gerne mal wieder über den aktuellen Stand bei der D-MARE berichten. Es gibt gute und schlechte Nachrichten.

Zuerst die guten Nachrichten:
  • Wir haben zwischenzeitig drei Motortestläufe von 30 sec, 1,5 min und heute von 38 min Dauer gemacht.
  • Der Motor ist bei allen Testläufen sehr gut angesprungen, hat ausreichend Öldruck, es gibt kein Öl- und kein Kühlwasserleck.
  • Wir haben den Motor, bzw. die Vergaser mechanisch und pneumatisch mit einem selbstgebauten, modifizierten U-Rohr-Manometer (10 EUR Material und 3 h Basteln) synchronisiert.
  • Wir haben einen Kraftstoffdrucksensor bestellt, eingebaut und kalibriert und er zeigt plausible Werte an.
  • Die selbtprogrammierten Anzeigen auf den Tablets laufen nach ein paar Änderungen der Software jetzt stabil.
  • Das Gesamtgewicht der D-MARE ist laut erster Wägung relativ niedrig.
  • Ein neues Bugradfahrwerk aus den USA (und einer Woche im Zoll in Leipzig) ist am ZARM in Bremen eingetroffen.
Die schlechten Nachrichten:
  • Die linke Schwimmerkammerdichtung ist undicht. Bei laufendem Motor suppt der Sprit über den oberen Rand der Schwimmerkammer in die Überlauftasse unter dem Vergaser und fließt dann durch den Ablaufschlauch der Überlauftasse über Bord. Da werden wir wohl die Schwimmerkammerdichtung austauschen müssen...
  • Wenn wir bei laufendem Motor die elektrische Zusatzbenzinpumpe abschalten, fällt der Spritdruck von 0,3 bar auf weniger als 0,1 bar ab (der zulässige Bereich lt. Rotax ist von min. 0,15 bis max. 0,5 bar) und der Motor fängt dann an unrund zu laufen und geht nach kurzer Zeit aus.

    Die elektische Benzinpumpe ist direkt in die Saugleitung der mechanischen Benzinpumpe eingebaut ("in Reihe"). Wenn man sie abschaltet, saugt die mechanische Benzimpumpe des Rotax den Sprit durch die abgeschaltete elektrische Pumpe an. Es gibt z. Zt. keine Bypassleitung. Lt. Hersteller der elektrischen Benzinpumpe(FACET) ist der Durchflusswiderstnd der Pumpe im abgeschalteten Zustand so gering, dass dies kein Problem darstellen sollte. Und laut Zeichungsatz der ZODIAC ist sowohl die Variante mit zwei Pumpen in Reihe geschaltet, als auch mit zwei Pumpen parallel geschaltet möglich.

    Wir haben heute die elektrische Pumpe probehalber ausgebaut und siehe da, der Spritdruck bleibt alleine mit der mechanischen Pumpe wunderbar konstant und relativ unabhängig von der Drehzahl bei ca. 0,3 bar. Offenbar ist der Durchflusswiderstand der FACET-Pumpe doch so hoch, dass es in unserer Treibstoffinstallation die mechanische alleine Pumpe nicht schafft den Mindestbenzindruck gegen gesamten Fließwiderstand des Benzins von den tiefliegenden Flügeltanks zu den ca. 50 cm höher liegenden Vergasern, durch alle Schlauchleitungen, Brandhähne, Filter, die FACET-Pumpe und den Druckverlust des Rücklaufdrossel aufrecht zu erhalten.

    Wir werden das Treibstoffsystem jetzt auf parallel geschaltete Pumpen umbauen.
  • Die erste Wägung hat zwar ein für diesen Fluzeugtyp vergleichsweise niedriges Leergewicht ergeben :-), aber leider auch eine sehr rückwärtige Schwerpunktlage :-(. Jetzt rächt sich unser schöner leichter CFK-Propeller ;-). Ein paar Kg mehr am vordersten Ende des Flugzeugs würden jetzt ein wenig helfen, den Schwerpunkt in die richtige Richtung zu bewegen.

    Die ZODIAC CH601XL wurde ursprünglich für einen schwereren Flugmotor (Conti oder Lyco) entwickelt. In der Ausführung mit ROTAX-Motor wurde anscheinend vergessen das geringe Gewicht durch eine Verschiebung des Motors nach vorne zu kompensieren. Ältere CH601XLs mit ROTAX schienen dieses Problem regelmäßig zu haben, so dass der Hersteller des amerikanischen Bausatzes zwischenzeitg einen neuen, längeren Motorträger entwickelt hat, der den Motor ein paar cm weiter nach vorne schiebt, um das auszugleichen. Leider haben wir vor zehn Jahren noch einen tschechischen Bausatz mit dem alten, kürzeren Motorträger erwischt :-(. Nach der letzten Wägung ist die Rücklage des Schwerpunkts so groß, dass das Versetzen der Batterie nach vorne praktisch nichts bringt. Wir müssten einige kg Blei auf Höhe des Propellergetriebes anbringen, um die rückwärtige Schwerpunktlage ausreichend zu kompensieren. Das ist alles andere als schön.

    Die Alternative den längeren Motorträger einzubauen wäre aber auch mit einem Heidenaufwand verbunden: Motor wieder abbauen, alten Motorträger demontieren, neuen Motorträger anbauen, alle elektrischen Kabel, die Ölleitungen und die Bowdenzüge für Gas und Choke erneuern ***Grummel***, die zum längeren Motorträger passenden längere Cowling zuschneiden, verbohren mit Schnellverschlüssen ausstatten und montieren ***Grummelgrummel***. Dann die Flügel abbauen ***Grummelgrummelgrummel***, um den Rumpf zum Lackierer zu fahren, damit die neue Cowling passend zum restlichen, schon lackieretn Rumpf lackiert werden kann. Anschließend die Flügel wieder montieren :twisted: :twisted: :twisted: ;).
Das meiste der bislang aufgetretenen Probleme seit wir mit der D-MARE nach Rotenburg umgezogen sind, sind wohl die typischen Anlaufschwierigkeiten, wenn man einen Flieger komplett selber baut und in Betrieb nimmt.

Die stark rückwärtige Schwerpunktlage ist allerdings besonders bitter. Wir haben unseren ZODIAC-Bausatz von einem tschechischen Hersteller bezogen, der die Bausätze eine Zeit lang in Lizenz hergestellt hat, aber dann Pleite gegangen ist. Daher wurden wir über die Änderung des Motorträgers durch den ursprünglichen, amerikanischen Bausatzhersteller leider nicht rechtzeitig informiert und nun haben wir ein Problem, dass nur sehr aufwändig zu lösen ist.

Wir sind noch in der Diskussion welchen Weg wir einschlagen werden, um das Schwerpunktsproblem zu lösen. Sicher ist nur, dass das den Erstflug weiter verzögern wird...

Für erste so weit, so gut!

Viele Grüße,

Oliver

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Oliver Seack
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Re: Status Zodiac der FVHF e.V.

Beitrag von Oliver Seack » 28.06.2020, 23:49

Moin zusammen,

bezüglich der Zodiac D-MARE von der FVHF e.V. war es auf diesem Kanal lange ruhig. Deswegen hier mal wieder ein Update nach längerer Zeit:

Inzwischen haben wir den Frust über den zu kurzen Motorträger und die daraus resultierende stark rückwärtige Schwerpunktlage einigermassen verdaut und folgendermassen weitergemacht:
  • Um das Schwerpunktproblem kurzfristig und vorläufig zu entschärfen, haben wir
    • einen Propellerspacer aus Edelstahl entworfen, gebaut und montiert, der deutlich schwerer als der originale Alu-Spacer ist, der vom Propellerhersteller stammt, und
    • wir haben am Getriebeblock zusätzliche Gewichte aus Blei angebracht.
    Beide Massnahmen bringen den Schwerpunkt nach vorne. Eine Wägung und neue Schwerpunktbestimmung mit diesen Gewichten steht noch aus. Diese Zusatzgewichte haben wir nur angebracht, um jetzt möglichst zügig den Erstflug machen zu können. Dies ist aber nicht als Dauerlösung gedacht, weil beide Massnahmen zwar den Schwerpunkt nach vorne verschieben, aber leider auch das Leergewicht erheblich erhöhen. Die technisch deutlich bessere und effizientere Dauerlösung wird ein längerer Motorträger sein, so dass der relativ schwere Motor nach vorne verschoben wird. Es gibt einen konventionellen Motorträger und einen mit dem neueren Ring-Mount von Rotax. Beide haben Vor- und Nachteile und ziehen leider verschiedene weitere Umbauten nach sich: Auspuff und Kühler- und möglicherweise auch die Ölbehälterbefestigung sind anders. In jedem Fall benötigen wir eine längere Cowling und müssen die Verkabelung und die Schläuche für Öl und Kühlwasser neu machen, da die jetzigen zu kurz sein werden. Wir prüfen das gerade alles und vergleichen verschiedene Angebote, um demnächst eine Entscheidung zu treffen, welchen Motorträger wir final im kommenden Winter verbauen wollen.
  • Um die viel zu straffe Bugradfederung weicher zu machen, wurde das Bugfahrwerksbein modifiziert, so dass sich der Abstand der Befestigungspunkte des Gummischlaufe vergrößert hat und wieder montiert. Jetzt federt das Bugrad endlich ein, wenn es belastet wird :-)
  • Obwohl wir noch nicht geflogen sind, hatten wir schon eine LTA!?! :shock: : Die Fanggurte des Rettungssystems wurden anders am Rumpf verlegt. Dafür war der Prüfer schon da und hat die Änderung abgenommen :-).
  • Wir haben beide Tankgeber kalibriert und auch
  • den Ladekontrollleuchtenausgang des Ladereglers erfolgreich an die Datensammelbox angeschlossen, so dass jetzt der Ladezustand auf unseren Tablets angezeigt wird, die wir als Displays verwenden. Dafür brauchte es eine kleine Zusatzplatine. Vielleicht wäre eine schlichte klassische Glühlampe direkt an den Ladereglerausgang angeschlossen doch die einfachere Lösung gewesen... ;)
  • Auch die schlechte Pumpleistung der elektrischen Benzinpumpe konnten wir deutlich steigern: Als Ursache für den geringen Benzindruck haben wir einen zu stark gekrümmten Benzinschlauch gefunden, was wegen der Feuerschutzhülle nicht sofort aufgefallen ist
Die ersten Rollversuche.jpg
Die ersten Rollversuche im selbstgebauten Flugzeug. Unbeschreiblich cool!
Die ersten Rollversuche.jpg (141.36 KiB) 5560 mal betrachtet
  • Als Krönung haben wir am Samstagnachmittag dann die ersten Rollversuche unternommen:
    • erfolgreicher Test des Funkgeräts,
    • max. 40 km/h IAS auf dem Taxiway,
    • erfolgreicher Magnetcheck,
    • zwei erste Versuche im Stand Vollgas zu geben und
    • abschließend zweimal High-Speed-Taxiing auf der Piste 26 mit max. 72 km/h IAS ohne abzuheben (Landeklappen eingefahren und Höhenruder ganz leicht gedrückt gehalten). Aber die D-Mare ist ab 60 km/h schon federleicht über die Piste getänzelt :D
    Rollversuche.jpg
    High-speed taxiing on runway 26 in Rotenburg. Airspeed alive :-)
    Rollversuche.jpg (229.79 KiB) 5560 mal betrachtet
    Instrumentenanzeige auf dem Tablet.jpg
    Das ist unser "Primary Flight Display". Die Software zur Anzeige der Flug- und Motordaten hat Moritz Weinig programmiert.
    Instrumentenanzeige auf dem Tablet.jpg (243.89 KiB) 5560 mal betrachtet
    Aus diesen Rollversuche haben wir folgende weiteren Erkenntnisse gewonnen:
    Die D-MARE
    • hat bequeme Sitze :) ,
    • hat einen sehr schönen engen Wendekreis :D ,
    • beschleunigt sehr gut :) ,
    • hat einen funktionierenden Fahrtmesser, der ab 50 km/h sinnvolle Werte anzeigt,
    • bremst verhältnismässig bescheiden :| ,
    • geizt sehr mit der Frischluftzufuhr :(,
    • hat einen etwas schwergängigen Gaszug :( und
    • ihr Motor dreht im Stand spielend über die erlaubte Maximaldrehzahl von 5800 U/min :shock: . Da werden wir nochmal die Einstellwinkel der Propeller kontrollieren müssen. Da passt noch irgendetwas vorne und hinten nicht ;)
    Auch wenn momentan noch jeder Bautag und jeder neue Test noch immer neue Unzulänglichkeiten zu Tage fördert, die bislang nicht aufgefallen sind, weil das UL noch nicht so richtig bewegt wurde, machen wir inzwischen wieder große Schritte in die richtige Richtung. Nach dem demotivierenden Saisonende im letzten Jahr macht uns das Arbeiten an der ZODIAC momentan wieder richtig Laune!

    Viele Grüße,

    Oliver
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Rollversuche.jpg
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Die ersten Rollversuche.jpg
Die ersten Rollversuche.jpg (141.36 KiB) 5603 mal betrachtet
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Blick aus dem Cockpit der D-MARE auf dsa Ende der Piste 26 beim Ausrollen nach den High-Speed-Rollversuchen.
IMG_20200627_194714.jpg (3.64 MiB) 7056 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Oliver Seack am 03.07.2021, 09:21, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Status Zodiac der FVHF e.V.

Beitrag von Oliver Seack » 01.07.2020, 00:44

Hallo zusammen,

heute waren wir bereits wieder am Platz und haben den Propellerpitch der D-MARE so eingestellt, dass bei Vollgas im Stand die im Musterkennblatt für die ZODIAC mit dem Swirl-Propeller von Duc vorgegebene Drehzahl von max 5200 U/min für den Motor nicht überschritten wird.

Dies ist notwendig, damit zum einen im Reiseflug die zulässige Maximaldrehzahl des Motors und zum anderen die zulässige Lärmemmission für ULs von 60 dB im Vollgassteigflug nicht überschritten werden.

Dies ist uns in zwei Schritten gelungen:

1. Einstellung: 20° Propellerblatteinstellwinkel --> Vollgasdrehzahl im Stand > 5800 U/min (zul. Maximaldrehzahl) :shock:
2. Einstellung: 24° --> 5400 U/min :|
3. Einstellung: 25° --> 5100 U/min :D

Die finalen 5100 U/min sind zwar 100 U/min weniger als erlaubt. Aber zum einen ist es verdammt kniffelig, den Propeller nochmal um ca. 0,3° zurück zu drehen. Das bekommt man so genau gar nicht hin. Zum anderen würde das auch nur die Steigleistung noch weiter verbessern, die bei 100 PS eh mehr als reichlich vorhanden sein dürfte. Von daher ist der Propeller jetzt ein kleines bisschen in Richtung Reiseflug optimiert, wovon wir uns entspannteres Cruisen bei immer noch mehr als ausreichender Steigleistung versprechen :)

Jetzt können wir Spinner und Cowling wieder montieren und als nächstes die Wägung für Leergewicht und die Bestimmung des Schwerpunkts durchführen.

Viele Grüße,

Oliver

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ulrichd
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Re: Status Zodiac der FVHF e.V.

Beitrag von ulrichd » 02.07.2020, 11:45

Super spannend!! :-) Wann trefft Ihr euch das nächste Mal? Muss ich unbedingt mal live sehen diesen unglaublichen Fortschritt.

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Oliver Seack
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Re: Status Zodiac der FVHF e.V.

Beitrag von Oliver Seack » 15.07.2020, 00:09

Hallo Ulli,

Du kannst gerne bei uns im Hangar vorbei schauen. Wir sind ein bis zweimal pro Woche am Nachmittag da und bauen.

Letzten Sonntag hatten wir die Wägung und erfolgreiche Endabnahme durch unseren Prüfer.
Wägung der D-MARE.jpg
Christian Eigenbrod (1. Vorsitzender der FVHF e. V.) bei der Wägung der D-MARE
Wägung der D-MARE.jpg (348.89 KiB) 5569 mal betrachtet
Der Schwerpunkt ist durch die Zusatzgewichte deutlich nach vorne gerutscht, so das wir jetzt ein viel größeren nutzbaren Schwerpunktsberich erhalten haben.

Die Endabnahme verlief ohne Beanstandungen seitens des Prüfers :-)

Der hat dann alle Unterlagen beim LSGB (Luftsportgeräte-Büro des DAec) eingereicht. Von dort kamen inzwischen eine Reihe von Rückfragen zu unserer teilweise selbst entwickelten Avionik, den Änderungen, die wir am muster vorgenommen haben und Forderungen nach weiteren Informationen, Fotos sowie Anweisungen für die Anbringung zusätzlicher Schilder.

Das heisst unsere To-Do-Liste, die in den letzen Wochen mit einem erfreulichen Tempo immer kürzer und kürzer wurde, bis schon fast nichts mehr drauf stand :D, ist jetzt wieder eine ganzes Stück länger geworden :?

Schaun mer mal, wie schnell das jetzt alles über die Bühne geht bis wir die vorläufige Verkehrszulassung (VVZ) für den Erstflug und die Erprobung in den Händen halten werden.

Viele Grüße,

Oliver
Zuletzt geändert von Oliver Seack am 03.07.2021, 09:03, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Status Zodiac der FVHF e.V.

Beitrag von Oliver Seack » 07.11.2020, 19:52

Hallo zusammen,

nachdem das letzte Update zum Fortschritt der D-MARE schon ein bisschen her ist, wird es mal wieder Zeit über die letzten Neuigkeiten zu berichten:

Nachdem unser Prüfer Ende Juni die Endabnahme durchgeführt hat und alle geforderten Unterlagen dann nach und nach bis zum Ende der Sommerpause beim zuständigen Luftsportgerätebüro (LSGB) des DAeCs in Braunschweig eingereicht waren, war die spannende Frage, ob das LSGB die Unterlagen der D-MARE für die vorläufige Verkehrszulassung (VVZ) akzeptieren würde.

Leider war dem nicht so: Das LSGB hat unser Avionik-Konzept nicht akzeptiert (Anzeige auf Tablets, Signalerzeugung und Datensammlung über elektronische Geräte. Das Gerät, das die primären Daten (u. a. Fahrt und Höhe) erzeugt, hat eine eigenes kleines Display und ist batteriegepuffert).

Das LSGB besteht auf dem Einbau eines mechanischen Fahrt- und eines mechanischen Höhenmessers.

Insofern war Hans-Jürgens Frage nach diesen mechanischen Instrumenten am 09.12.2018 hier im Forum (viewtopic.php?f=7&t=70#p234) voll berechtigt.

In der Bauvorschrift ist lediglich allgemein ein „Fahrtmesser“ und ein „Höhenmesser“ gefordert und genauso steht es auch im Kennblatt der ZODIAC CH 601 XL. Aber Christian wurde vom Chef des LSGB, Frank Einführer, persönlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass das Wort „Fahrtmesser“ im Sinne der Bauvorschrift als „mechanischer Fahrtmesser“ zu interpretieren sei, da es beim Erstellen der Bauvorschrift (das war in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts) noch gar keine elektronischen Geräte gegeben hätte. Das ist für die erste Ausgabe der Bauvorschriften für Luftsportgeräte wohl zweifelsfrei und für die Bauvorschriften von 2003, die für die ZODIAC CH601 XL gültig wohl eingschrnkt richtig.

Allerdings wurde die Bauvorschrift zuletzt 2019 an die aktuelle Entwicklung angepasst. Die letzte Ausgabe (LTF-UL 2019) erschien Anfang 2019, um ULs mit einer maximal Abflugmasse MTOM von 600 kg juristisch den Weg zu bereiten. Zu diesem Zeitpunkt waren elektronische Geräte im Cockpit von ULs längst Standard, so dass man spätestens zu diesem Zeitpunkt die Gelegenheit gehabt hätte den Gesetzestext zu präzisieren.

Aber auch zu diesem Zeitpunkt ist das nicht geschehen. Entweder wurde das seitens des Gesetzgebers und der am Prozess Beteiligten schlicht verschlafen, oder bislang haben alle Hersteller oder Erbauer von ULs immer auch mechanische Geräte für Fahrt und Höhe zusätzlich zu den elektronischen Instrumente eingebaut, so dass niemand an der Ausführung der ULs Anstoß nahm, weil die mechanischen Instrumente der Erwartung entsprachen.

Sollten wir mit der D-MARE die Ersten sein, die in diese Gesetzeslücke gefallen sind?

Da das LSGB die für die ZODIAC CH6021 XL Bauvorschrift für ULs nicht mehr nachträglich ändern kann, wurde uns jetzt die Ehre zuteil, das vermutlich eigens für die D-MARE das betreffende Kennblatt geändert wurde.

Im neu erschienenen DAeC-Kennblatt 61196.1, Ausgabe 7, vom: 03.06.2020 (https://www.daec.de/fileadmin/user_uplo ... /196-1.pdf) steht im Kapitel

10. Ausrüstung

1 mech. Fahrtmesser, 1 mech. Höhenmesser, ...


Unseres Wissens nach, ist dies das einzige Kennblatt für ein UL, dass explizit mechanische Instrumente fordert!

Wie auch immer, nach Aussage von Christian war das LSGB nicht zu Kompromissen bereit (siehe neues Kennblatt https://www.daec.de/fileadmin/user_uplo ... /196-1.pdf), so dass wir jetzt einen mechanischen Fahrt- und Höhenmesser nachgerüstet haben, um die VVZ erlangen zu können.

Aber wohin mit diesen beiden zusätzlich Instrumenten? Das Instrumentenbrett unserer D-MARE ist zum einen vom Konstrukteur eh nicht sonderlich groß gestaltet worden und mit den bereits verbauten Instrumenten sehr dicht bestückt.

Man hätte theoretisch das kleine Handschuhfach auf der rechten Seite opfern können. Aber zum einen ist der Raum hinter dem Handschuhfach mit dem Fallschirmpack des Rettungssystem gefüllt, so dass es hier Platzprobleme mit den Schlauchanschlüssen der Instrumente und dem knickfreien Verlegen der Schläuche gegeben hätte, zum anderen wären der mechanische Höhen- und Fahrtmesser dann für den links sitzen Piloten recht weit aus dem Blickfeld gerückt worden. Auch nicht ideal.

Deshalb haben wir uns final entschieden den mechanischen Fahrt- und Höhenmesser zusammen mit dem Kompass in einer formschönen Aufbaukonsole aus dem Autozubehörhandel unterzubringen, die wir mittig oben auf der Instrumentenbrettabdeckung befestigt haben.
Instrumentenkonsole klein.jpg
Ansicht des Instrumentenbretts der D-MARE. Gut zu erkennen unser "Head-Up Display": Die neue Aufbaukonsole mittig über dem Instrumentenbrett mit mechanischem Fahrtmesser, Magnetkompass und mechanischem Höhenmesser.
Instrumentenkonsole klein.jpg (553.01 KiB) 6752 mal betrachtet
Der vorher an dieser Stelle vorhandene Aufbaukompass wurde gegen einen Einbaukompass getauscht, der dann in den mittleren Platz der Aufbaukonsole eingebaut wurde.

Die Durchmesser der großen Öffnungen für die Instrumentenanzeigen mussten etwas vergrößert und die äußeren oberen Ecken an den Befestigungsgewinden der Instrumente etwas abgefeilt werden, dann passte alles zusammen.

Lediglich das Verlegen der Schläuche stellte dann nochmal eine unerwartete Herausforderung dar: Man muss die Schläuche für den statischen und den Gesamtdruck vom Pitotrohr mit einem gewissen Mindestradius verlegen, damit diese nicht immer irgendwo abknicken. Wenn das passiert, zeigen die Instrumente völligen Unsinn an und reagieren auch nur äußerst träge auf Druckänderungen.

Mit ein paar zusätzlichen L-Winkelstücken an den kritischen Stellen unter der sehr engen Aufbaukonsole und großzügig bemessenen Schlauchlängen, so dass die Schläuche unter der Instrumentenbrettabdeckung mit größeren Radien verlegt werden konnten, haben wir dann auch unser neuen mechanischen Zeigerinstrumente zum Leben erweckt.

Erfreulicherweise haben sowohl der Fahrt- als auch der Höhenmesser keine negative Auswirkung auf den Magnetkompass gehabt. Sonst wäre die gemeinsame Installation der drei Instrumente in einer Konsole nicht möglich gewesen.

Somit haben wir diese Forderung des LSGB jetzt erfüllt :-)
Wir hoffen, dass die D-MARE nun für würdig befunden wird die VVZ erhalten zu können.

Wir wissen aber leider nicht, ob die fehlenden mechanischen Instrumente die einzige Beanstandung des LSGB gewesen ist, oder ob dies lediglich die erste Beanstandung war, die sie gefunden und an uns zurück gemeldet haben. Von daher drücken wir die Daumen, dass es das jetzt hoffentlich gewesen ist.

Wie lange aber die Bearbeitung durch das LSGB dauert, wird einem leider nicht vertraten. Durch die zahlreichen Anträge vieler Hersteller für die Auflastung oder Neuzulassung von ULs mit 600 kg MTOM, ist das LSGB momentan offenbar völlig überlastet, so dass sie sich nicht dazu hinreißen lassen einen voraussichtlichen Abschlusstermin für die Prüfung der Unterlagen und der Erteilung der VVZ anzugeben.

Gleichwohl muss man aber zusammen mit dem Antrag auf VVZ bereits eine gültigen Versicherungsnachweis einreichen, indem das Datum des Versicherungsbeginns eingetragen ist. Das heißt, wenn man Pech hat, zahlt man bereits für eine Versicherung eine Prämie, die man noch gar nicht nutzen kann, weil die Zulassung für das versicherte Lfz noch gar nicht erteilt ist….

Viele Grüße und stay tuned,

Oliver

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Re: Status Zodiac der FVHF e.V.

Beitrag von Oliver Seack » 05.02.2021, 20:18

Moin zusammen,

hier eine kurzes Update zum Stand der D-MARE:

Winterzeit ist Bauzeit und nachdem vor zwei Wochen der längere Motorträger samt längerer Cowling aus den USA eingetroffen ist, können wir jetzt endlich mit dem Umbau beginnen :D
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Der neue, längere Motorträger samt Cowling ist aus den USA eingetroffen.
20210203_182254.jpg (898.74 KiB) 6606 mal betrachtet
Wir hatten ja beim Kauf unseres Bausatzes ein frühe Version mit zu kurzem Motorträger "abgegriffen". Die Zodiac CH 601 XL war ursprünglich als LSA mit einem schwereren Lycoming/Continental-Motor konstruiert worden. Beim Umbau zu einem UL mit dem leichteren ROTAX hatte aber offenbar niemand bedacht, dass zum Ausgleich der Antrieb nach vorne verschoben werden muss, damit der Schwerpunktbereich immer noch passt. So lag der Schwerpunkt bei der Wägung bei der D-MARE denn auch deutlich zu weit hinten :shock:

Sei es drum: Wir haben letzte Woche die D-MARE in Rotenburg zerlegt und für den Umbau aus dem kalten, feuchten Hangar zurück in die warme und trockene Werkstatt an der Uni gebracht.
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Kein sehr erhebender Anblick: Die D-MARE wird für den Transport vorbereitet. Propeller, linker Flügel und Leitwerke sind schon demontiert.
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Die D-MARE wird in den Lkw verladen.
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Fertig verladen! Ohne Propeller, Flügel und Leitwerke passt eine Zodiac CH 601 XL ziemlich genau in einen typischen 7,5-Tonner mit Kofferaufbau und Ladebordwand.
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Christian beim Demontieren des alten Motorträgers.
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Motor und Motorträger sind inzwischen demontiert. Irgendwie geht auseinander nehmen immer sehr viel schneller als Zusammenbauen ;)
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Im Vergleich: Der alte Motorträger in rot (links) und der neue, noch unlackierte Motorträger rechts im Bild. Der neue Motorträger ist 15 cm länger als der alte.
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Jetzt sind alle wesentlichen Teile abgebaut und wir können wieder vom "Rückwartsgang in den Vorwärtsgang umschalten", damit die D-MARE hoffentlich zum Saisonbeginn mit verbesserter Schwerpunktlage zurück nach Rotenburg kann und wir endlich den Erstflug durchführen können.

Viele Grüße,

Oliver
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Im Vergleich: Der alte Motorträger in rot (links) und der neue, noch unlackierte Motorträger rechts im Bild. Der neue Motorträger ist 15 cm länger als der alte.
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Christian beim demontieren des alten Motorträgers.
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Fertig verladen! Ohne Propeller, Flügel und Leitwerke passt eine Zodiac CH 601 XL ziemlich genau in einen 7,5-Tonner
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Die D-MARE wird in den Lkw verladen.
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Kein sehr erhebender Anblick: Die D-MARE wird für den Transport vorbereitet. Propeller, linker Flügel und Leiwerke sind schon demontiert.
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Kein erhebender Anblick: Die D-MARE für den Transport schon wieder halb zerlegt: Propeller, linker Flügel und Leitwerke sind bereits demontiert.
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Oliver Seack
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Re: Status Zodiac der FVHF e.V.

Beitrag von Oliver Seack » 20.03.2021, 22:16

Moin zusammen,

schon wieder ist mehr als ein Monat vergangen. Zeit für ein Update zum aktuellen Stand bei der D-MARE.
Wir waren in der Zwischenzeit ziemlich fleissig, haben uns teilweise mehrfach pro Woche getroffen und den Umbau "Firewall forward" vorangetrieben:

1. Am neuen Motorträger wurde
  • das Bohrbild des alten Motorträgers übertragen,
  • verbohrt und die Anschluss"füße" an die Rumpkontur angepasst,
  • anschließend grundiert und rot lackiert,
  • Shims (Unterlagbleche) hergestellt und
  • alles final ans Brandschott montiert.
2. Anschließend den Motor wieder auf den neuen Motorträger gesetzt
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3. Die nächste spannende Frage war: Passt der alte Auspuff noch? Hier hatten wir etwas gepokert, in der Hoffnung, dass der Auspuff mit den alten Krümmern auch an die Kombination aus neuem, verlängertem Motorträger und Cowling passen würde.

Leider ist das nicht der Fall: Die alten Krümmer halten den Schalldämpfer in einer Position unter dem Motor. Dort ist aber mit dem verlängerten Motorträger/Cowling gar nicht mehr genug Platz für den Schalldämpfer. Er würde nach unten aus der Cowlingkontur heraus ragen. An dieser Stelle ein großes Loch für den Schalldämpfer in die Cowling zu schneiden, kam auch nicht in Frage. Sähe einfach bescheiden aus. Zusätzlich verlaufen beim neuen Motorträger die Streben in anderen Winkeln, so dass die Streben des Motorträgers jetzt mit den hinteren Krümmern kollidieren.

Also wandert der Schalldämpfer jetzt hinter den Motor. Dadurch dass der neue Motorträger 15 cm länger ist als der alte, ist jetzt auch der Raum zwischen Motor und Brandschott groß genug, um den Schalldämpfer aufzunehmen. Wir haben den Schalldämpfer erstmal provisorisch mit Kabelbindern und Distanzstücken aus Gummischlauch am Motorträger befestigt. Das erlaubt es in Ruhe um eine optimale Position zu finden, bei der die Krümmerrohre genügend Abstand zu den Motorträgerstreben, damit sie nicht beim Anlassen oder Abstellen des Motors gegen den Motorträger schlagen.
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Soweit, so gut. Allerdings hängt der Schalldämpfer dann mit seiner ganzen Masse von 2,4 kg nicht mehr schön an allen vier Krümmern unter dem Motor, die dann relativ gleichmäßig und überwiegend auf Zug belastet wurden. Sondern durch die neue Lage des Schalldämpfers hinter dem Motor, müssen jetzt die beiden hinteren Krümmer fast das ganez Gewicht des Schalldämpfers alleine tragen und werden zudem nicht mehr überwiegend auf Zug, sondern auf Biegung beansprucht.
Wenn der Motor läuft und vibriert hängt der Schalldämpfer als elastisch an den Motor angekoppelte Masse hinten dran und jede Bewegung des Motors wirkt als Biegebelastung auf die Krümmer. Nicht schön! Da sieht man schon förmlich die Schwingungsrisse an der Schweissverbindung zwischen Schalldämpfer und Krümmer wachsen.

Wir überlegen, ob wir das Gewicht des Schalldämpfer durch zusätzliche Streben zwischen Schalldämpfer und Motorblock abfengen können.

4. Als letztes haben wir noch die neue Cowling soweit angepasst, dass sie provisorisch am Rumpf befestigt werden kann und die Propellerwelle schön konzentrisch in der vorderen Öffnung sitzt. Die benötigen wir schon jetzt in Position, um die neuen Krümmer einpassen zu können. Im vorderen Teil schiegt sich die Cowling recht eng an den Motor, so dass die Krümmer nicht zu weit nach außen abstehen dürfen, da sie sonst die Cowling berühren würden. Das gäbe mindestens unschöne Verfärbungen der Cowling durch die sehr heißen der Krümmerrohre.

Dazu haben wir
  • die Cowlinghälften mit Winkelschleifer und Trennscheibe grob auf die richtige Länge geflext,
  • provisorisch durch unterlegen passender Klötze positioniert,
  • das Lochbild der bereits vorhanden Befestigungslöcher im Rumpf mit Schablonen auf die neue Cowling übertragen,
  • verbohrt (dabei auf die Konzentrizität der Propellerwelle im vorderen Ausschnitt der Cowling achten!) und
  • vorläufig fixiert.
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Die Edelstahlrohre für die neuen Krümmer sind schon da und müssen jetzt zugeschnitten werden, so dass daraus die neuen Krümmer geschweisst werden können.

Bis demnächst,
viele Grüße,

Oliver

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